„Die wahre Geschichte von McDonald´s“ ist ein lesenswertes Buch.

Wer sich für Gründungsgeschichten und Pioniergeist interessiert, wird diese Autobiographie mögen. Ray Kroc erzählt darin , wie er seinen Lebensunterhalt zunächst als Pianospieler verdiente, dann Pappbecher und Multimixer verkaufte und erst im Alter von 52 Jahren den Aufbau von McDonalds in Angriff nahm. Auch wenn die Fast Food Kette heute mit beinahe 37.000 Restaurants ein Gigant ist, so begann auch dieses Unternehmen mit einem einzigen Lokal.

Im Buch beschreibt Ray Kroc sein Leben aus verschiedenen Perspektiven. Seine vielen kleinen Geschichten machen es zu einem kurzweiligen und lehrreichen Erlebnis. Für die unternehmerische Praxis möchte ich fünf Punkte hervorheben, die mir besonders wichtig erscheinen:

#1 – Beharrlichkeit

Ray Kroc´s Erfolg war alles andere als selbstverständlich. Über Jahre und Jahrzehnte musste er große Widerstände überwinden. Finanzielle Probleme, hartnäckige Wettbewerber und Absagen von Kunden standen an der Tagesordnung. Familiär hatte er keinen Startvorteil. Sein Vater ging mit dem Platzen einer Immobilienblase pleite. Auch sein Einkommen war zu Beginn nicht gerade üppig. Über viele Jahre hinweg verdienten seine Mitarbeiter mehr als er. Wenn wir heute an die 50er oder 60er Jahre denken, verfallen wir gerne in eine gewisse Romantik. Man könnte glauben, dass früher alles viel einfacher und besser gewesen sei. Ich persönlich denke, dass die Zeit keine Rolle spielt und dass es immer irgendwelche Schwierigkeiten gibt. Wer ernsthaft Erfolg will, der muss sich ein konkretes Ziel setzen und es beharrlich verfolgen.

#2 – Ein simpler Verkaufsansatz

In seiner Zeit als Vertreter von Pappbechern lernte Ray Kroc das Handwerk des Verkaufens von der Picke auf. Am meisten Erfolg hatte er mit einem sehr einfachen Verkaufsansatz: Zuerst die Argumente und die Vorteile nennen und dann zur Bestellung auffordern. Im Gegensatz zu manch anderen Verkäufern verzichtete er auf unnützes Gerede. Sobald sich ein Kunde langweilte, stoppte er seine Präsentation und fragte er einfach nach der Bestellung.

#3 – QSC & V

Vier Grundsätze waren ihm besonders wichtig. Quality, Service, Cleanliness & Value wurden zu den Eckpfeilern der Hamburger University. Dort werden Franchisenehmer und Manager für das McDonalds System ausgebildet. Der vielleicht etwas lustig klingende Name dieser Uni soll nicht darüber hinwegtäuschen, wie begehrt die Studienplätze dort sind. An der Eliteuni Harvard werden 5,9% der Bewerber akzeptiert. An der Hamburger University in Shanghai liegt die Aufnahmequote bei weniger als 1%.

#4 – Kleines Sortiment

Die McDonalds Brüder Mac und Dick machten eine fundamental bedeutsame Entdeckung. Sie erkannten, dass sie 80 oder 90% ihres Umsatzes mit lediglich drei Produkten erzielten: Hamburgern, Pommes und Milchshakes. Um höchste Qualität und Effizienz zu erreichen, setzten Sie einen mutigen Schritt. Sie reduzierten ihr gesamtes Angebot auf diese drei Artikel. Der Erfolg gab ihnen Recht und verstehen wir die Gründe dafür heute besser. Wissenschaftliche Studien haben aufgedeckt, dass ein größeres Angebot weniger Umsatz generiert und die Kunden unzufriedener macht. Ein kleineres Angebot steigert jedoch den Umsatz und macht die Kunden auch noch glücklicher.

#5 – Keine sinnlosen Grübeleien

Jede Unternehmerin und jeder Gastronom kann ein Lied davon singen. Die Gründung und Führung eines Betriebs bringt viele Herausforderungen, Sorgen und Probleme mit sich. Elon Musk (Tesla, Space X und Paypal) beschreibt es so: „Ein Unternehmen zu gründen ist so, als ob man Glas kaut.“ Ray Kroc weigerte sich eines Tages einfach, sich mehr als über eine Sache Sorgen zu machen. Es ließ es nicht länger zu, dass ihm sinnlose Grübelei den Schlaf raubte. Nur wie schaffte er das? Nach seiner Erzählung ist ihm dieses Kunststück mit einer Art von Selbsthypnose gelungen. Wenn er zu Bett ging, stellte er sich vor, dass sein Gehirn eine Tafel wäre. Darauf fand er all seine Gedanken und Themen, die ihm durch den Kopf gingen. In seiner Vorstellung kam dann eine Hand die die gesamte Tafel leer wischte. Sobald ein neuer Gedanke auftauchte, wurde er gleich wieder von der Tafel gewischt. So konnte er jeden Abend zu einem geistigen Zustand der Ruhe finden und seine Kräfte für den kommenden Tag sammeln.

Mehr Rezepte für Ihren Erfolg

Wenn Sie Gastronom sind oder ein Café oder ein Restaurant eröffnen möchten, sollten Sie einen Blick auf mein neues Buch werfen. Darin finden Sie wertvolle Tipps und Infos für Ihre Praxis.

Viel Erfolg!

Ihr Peter Graf


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